Zitternde Hände in Hanoi: Die besten Cafés

In Asien trinken alle Tee? Stimmt nicht. Kaffee hat in Vietnam Tradition. Vietnamesischer Kaffee schmeckt sicher nicht Jedem und erinnert ein wenig an starken Mokka mit süßlichem Geschmack. Manch einer wird aber schnell süchtig und endet dann zitternd in der vietnamesischen Kaffeegosse.

Ich war schon öfters in der vietnamesischen Hauptstadt (man kann dort mit Dong-Millionen so schön einen auf dicke Hose machen). Aber auch als Schriftsteller, Urlauber oder digitaler Clochard kann man dort gut entspannt abhängen.

Anbei findest du meine Lieblingscafés. Durch die ständige Lärmkulisse sehnt man sich schnell nach etwas Ruhe. Übrigens, vietnamesischen Kaffee bekommt man auch in Berlin.

leichter kommt man an den Stoff aber in Hanoi, dort gibt es ihn an jeder Straßenecke. Intravenös muss man ihn im übrigen auch nicht spritzen, was den Prozess stark vereinfacht. Einfach entspannt den Rachen runter kippen.

Es gibt den Kaffee in Vietnam in folgenden Ausführungen:

  • Ca Phe (warm, schwarz)
  • Ca Phe Sua (warm, mit süßer Kondensmilch)
  • Ca Phe Da (kalt, mit Eiswürfeln und ungesüßt)
  • Ca Phe Sua Da (kalt, mit Eiswürfeln und süßer Kondensmilch)

Die süße Kondensmilch ist sehr dickflüssig und sitzt (zumindest bei der warmen Variante) am Tassenboden. Du kannst sie mit dem Löffel verrühren, oder den Zuckerschock beim Trinken bis zum Ende herauszögern.

Genau so mache ich es am liebsten! Erstmal den Mokka trinken und dann auf den Moment warten, wenn alle Glocken angehen.

Auch wenn du auf deiner Vietnam Reise in Hanoi nur kurz vorbei schaust, solltest du dir ruhig 2-3 Tage Zeit nehmen, um einfach nur mit einem Kindle oder Buch bewaffnet in den Cafés der Stadt herumzugammeln.

Hier findest du meine persönlichen Favoriten

Align Caphe

Eine palastartige Villa wurde in ein Café umgebaut, das sich über 2 Etagen erstreckt. Ds Café liegt extrem versteckt und ist über einen langen Gang erreichbar. Hier kann man hervorragend arbeiten oder lesen. Eine Oase wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.

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Cong Caphe

Cong Caphe hat mittlerweile viele Stationen, von denen ich bisher nur 2 kenne. Bei meiner allerersten Vietnam-Reise 2012 gab es nur ein einziges. Irgendwie sind seither die Filialen explodiert. Alles im Vietcong-Stil. Es gibt eine gute Getränkeauswahl. die meisten Cong Caphes sind gemütlich und relativ klein. Man kann dort auch gut auf Longdrinks umsteigen!

The Hanoi Social Club 

Sobald man das Café betritt, fühlt man sich wie zuhause. Absolute Wohnzimmer Atmosphäre. Einer der Besitzer kommt aus Australien, der andere ist aus Vietnam. Viele internationale Besucher und meist gut gefüllt.

Ca Phe Pho Co

Der Eingang dieses schlichten Cafés ist extrem gut versteckt. Man geht durch einen unauffälligen Eingang eines Souvenirshops in ein Gebäude, eine enge Treppe hinauf, vorbei an einer Privatwohnung, weiter hinauf bis man die versteckte Terrasse entdeckt hat. Der Weg allein ist den Besuch wert (vorrausgesetzt du findest den Eingang überhaupt). Toller Blick auf den Hoan Kiem See.

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Moca Cafe

In einem schönen, alten Kolonialgebäude gleich an der Sankt Joseph Kathedrale. Hier geht es ein wenig schicker zu, es gibt gute Weine und es kommt Kaffeehaus Atmosphäre auf.

Commune Hanoi

Commune ist nicht nur ein Café sondern zugleich auch ein Coworking Space. Von der Terrasse hast du einen tollen Blick über den West Lake (nein, das ist nicht der kleine See in der Altstadt, der Westsee ist viel größer.) Das Commune Hanoi ist ein absolutes Must See, egal ob du dort ein bisschen arbeiten willst, oder nur abhängen.

The Kafe – Da Binh Distrikt 

Eines der hippsten Cafés der Stadt. Viele Schüler und Studenten kommen her zum Lernen. Das Café liegt zudem nicht weit vom Ga Ha Noi, dem “Hauptbahnhof” der Stadt. Wer den Zug nach Süden nimmt, kann hier zuvor gut die Zeit verbummeln.

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Nightlife

Die jungen Hanoianer trinken auch gerne mal ein paar Bier. Selbst gebrautes Bier ist extrem günstig und schmeckt in etwa so wie Sterni, Hansa oder Dortmunder Export. Dazu treffen sie sich abends gern an der bia hoi corner – einer Strassenkreuzung in mitten der Altstadt, wo du für unglaubliche 20 Eurocent (!!) ein kühles bia (=Bier) geniessen kannst.

Dazu empfehlen sich geröstete Erdnüsse – Hanoi style. Habe ich noch grösseren Hunger, gönne ich mir an einem der vielen Strassenstände eine ‘pho bo’ – die traditionelle vietnamesische Nudelsuppe. Es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten. Mir persönlich schmeckt die Variante aus Saigon etwas besser als die pho-Variante aus Hanoi, am besten du probierst beide mal.

Kurz vor Mitternacht wird es schlagartig ruhig auf den Strassen Hanois, denn Mitternacht ist Feierabend! Auch wenn sich Vietnam in den letzten Jahren sehr stark geöffnet hat und liberaler geworden ist, so gibt es einige Überbleibsel kommunistischer Strukturen, die es bis ins Jahr 2014 geschafft haben. Die Sperrstunde ab Mitternacht ist so ein Überbleibsel. Das sonst so wuselige Hanoi wird plötzlich zu einer Art Geisterstadt.

Doch wer das Glück hat, einige ‘Locals’ kennen gelernt zu haben, der wird schnell merken, das dies noch nicht das Ende der Nacht bedeutet. Man sieht ab Mitternacht jedoch Polizisten in (etwas zu groß geratenen) Uniformen, die Bars heimsuchen, um das Licht auszuknipsen und ein paar Dong dafür zu kassieren. Jedoch gibt es einige Bars, die anscheinend genug Dong übrig haben, um sich die Polizei zum Freund zu machen. Andere Bars und Clubs finden andere Wege, und sind sehr versteckt gelegen bzw. durch eine Art Lichtschleuse zu betreten.

Das läuft so: Man fährt mit seinem Moped vor. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre in dieser Gegend alles ruhig. Ein Mann steht an der Strassenecke herum. Er ist Mitarbeiter der Bar. Seine Aufgabe ist es, den Roller in Empfang zu nehmen (eine Art Valet-Parking Service) und diesen irgendwo im Hinterhof zu verstecken, damit die Polizei auch nichts ahnt. Daraufhin betritt man einen dunklen Hauseingang. Nachdem man durch 2 weitere Türen gegangen ist, wird es plötzlich hell und man betritt eine Bar voller Menschen (die man hier niemals vermutet hätte).

 

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